Kommt Zeit, kommt Rad – die Rad(WELT)reise ab Mai 2010
Unsere Jobs sind gekündigt, die Wohnung wird Ende April aufgelöst, das Auto verkauft. Raus aus der Tretmühle und rauf auf den Drahtesel. Rein ins Abenteuer Leben. Ohne konkreten Zeitplan. Dafür mit ganz viel Zeit und Freude im Herzen … Frei sein. Und dorthin gehen, wohin wir möchten. Bleiben, wo es uns gefällt. Weiterfahren, wann immer wir das Verlangen danach haben oder das Reisefieber wieder in uns auflodert.
Mit unseren Fahrrädern reisen wir schnell genug, um in kurzer Zeit weite Distanzen zu überwinden, aber auch langsam genug, um den Menschen auf unserem Weg zu begegnen. Regen, Wind und Sonne auf der Haut zu spüren und tief in fremde Kulturen und Länder einzutauchen.
Doch nicht nur des Reisens wegen wollen wir unterwegs sein. In den letzten Jahren haben wir uns oft gefragt, ob es wirklich not.wendig ist, dass alles immer schneller, größer und „besser“ werden muss. Ressourcen werden völlig ausgeschöpft, ohne darauf zu achten, wie sich unser Handeln auf das Leben der Generationen nach uns auswirkt. Nur wenige denken an das Gleich.Gewicht. An den respektvollen Umgang mit Mutter Erde, die unsere Heimat ist. Die uns tagtäglich so reich beschenkt … mit duftenden Blumen, herrlichem kristallklaren Wasser, der Kraft der Sonne, einer unglaublichen Vielfalt in der Tierwelt und dem Farbspiel der Jahreszeiten …
Wie kann es sein, dass in der westlichen Kultur sämtliche Abläufe „optimiert“ werden, die Menschen aber immer weniger Zeit haben … Zeit für sich selbst, Zeit um in sich zu hören, Zeit für einander?
Trotz alldem besinnen sich mehr und mehr Menschen auf diesem wundervollen Planeten auf einen nachhaltigen, ökologisch und sozial bewussten Lebensstil. Und diese Menschen findet man überall auf dieser Welt …
Die geplante Route
Starten werden wir Anfang Mai 2010 in unserer Heimatstadt Steyr in Oberösterreich. Unsere Strecke wird uns über Tschechien, Polen, Litauen, Lettland und Estland nach Finnland führen. Dann geht´s von Ost nach West durch Skandinavien (Finnland, Schweden, Norwegen) und danach nach Island.
Nach der Durchquerung dieser außergewöhnlichen, mystischen Insel werden wir an die amerikanische Westküste – in den Süden Kaliforniens – reisen. Unsere Räder sollen uns dann immer weiter in den Süden bringen. Bis Ushuaia, Patagonien. Was dann kommt? Mal schaun. Pläne sind ja bekanntlich dazu da, um sich nicht an sie zu halten.
Online mit dabei sein!
Unsere Reise kann bequem vom Sofa aus verfolgt werden – auf http://blog.nandita.at werden wir ab Mai 2010 in regelmäßigen Abständen von unterwegs berichten.
Unsere Rotoren
Robust, wartungsarm, langlebig, simpel, zuverlässig, 26 Zoll, weltreisetauglich. Dies waren unsere groben Vorgaben für die Fahrräder, die uns ab Mai um die Welt bringen sollen. Nach langen Recherchen fiel die Wahl auf zwei Rotor Komet Reiseräder. Diese robusten Arbeitspferde begleiteten bereits Andy von Hessberg, Oliver Schmidt und Elena Poddubnaja auf ihren Expeditionen. Und was sich auf Reisen solchen Kalibers bewährt hat, soll gerade gut genug für uns sein ;-)
Mit Hilfe des Online-Konfigurators und Jonas´s kompetenter Beratung entstanden letzten Sommer unsere wunderschönen Rotoren. Robuster Stahlrahmen, Starrgabel, Brooks Ledersattel, Rohloff Speedhub, Magura HS33 Bremsen, hochwertige Lager, Felgen und Anbauteile bildeten die Basis. Farblich haben wir uns für ein dezentes gelbgrau (Anita) bzw. zementgrau (Andi) entschieden. Farben, die einem Laien nicht sofort ins Auge stechen und zum spontanen „Ausleihen“ einladen, jedoch uns persönlich extrem gut gefallen.
Die ersten Probefahrten erwiesen sich als voller Erfolg. Nach einer kurzen Eingewöhnungsphase (die Speedhub war für uns beide neu) nahmen wir das umliegende Hügelland, sowie die ersten Schotter- und Lehmpassagen in Angriff. Die angenehme, sportliche und dennoch aufrechte Sitzposition erfreut unsere Rückenmuskulatur, das Bremsverhalten der Maguras in Kombination mit den Rigid Sputnik Keramikfelgen kann als brachial, aber wohl dosierbar bezeichnet werden (leider ist der Bremsbelags-Verschleiß enorm – ein Paar Beläge an Andi´s Vorderrad musste bereits nach 100km gewechselt werden. Dies wird sich jedoch erfahrungsgemäß auf ein Normalmaß einpendeln, sobald die Keramikfelgen eingebremst sind). Der Stahlrahmen in Kombination mit den dicken „Schwalbe Marathon Extreme 2,25“ verfügt über genügend Eigendämpfung, so sind wir auch mit dem Fahrkomfort auf Schotter mehr als happy.
In den letzten Wochen vor Abreise erfolgt noch das „Feintuning“ – „nandita“-branding, Flaschenhalter, Fahrradcomputer, Schutzbleche (nach langem hin und her dafür entschieden), Ständer, Barends, Rückspiegel, Lowrider. Wie sich die Bikes dann voll bepackt und in Action bewähren werden, das werden wir Euch dann während der Reise berichten…
Bisherige Reisen
Socotra – ein Radabenteuer auf Jemens „Insel des Glücks“
Ausgerüstet mit reisetauglichen Fahrrädern, einem heimtückischen Benzinkocher, einer eher unbrauchbaren Landkarte und den notwendigsten Lebensmitteln brechen wir im März 2007 auf, um das 'Galapagos des indischen Ozeans' auf eigene Faust zu erkunden:
Die Mittagshitze treibt Unmengen an Schweiß aus jeder einzelnen Pore unserer Körper, unsere voll bepackten Reiseräder bewegen sich träge an der ausgesetzten Bergstraße Richtung Dixam-Plateau hoch und nach wenigen Höhenmetern enden wir völlig ausgelaugt im staubigen Straßengraben, der uns die einzige schattige Möglichkeit bietet, der sengenden Mittagssonne zu entkommen. Eigentlich ziemlich unvernünftig, zu dieser Tageszeit die steile Piste ins Hochland in Angriff zu nehmen, zudem Socotra in etwa auf demselben Breitengrad wie Barbedos in der Karibik liegt. Anfang Mai klettern hier die Tagestemperaturen auf jenseits der 40 Grad Marke …
Was treibt einen zu solch einer Jahreszeit auf eine kleine, unscheinbare Insel im indischen Ozean, die einerseits dem Jemen angehört – einer, schenkt man den unzähligen Reisewarnungen diverser westlicher Quellen Glauben, potentiell gefährlichen Reisedestination im Zentrum der vermeintlichen „Achse des Bösen“ – und andererseits geografisch näher am bürgerkriegsgeschüttelten Somalia liegt, inmitten der derzeit am piratenverseuchtesten Gewässer der Weltmeere?
Lust auf mehr? Der gesamte Bericht kann hier nachgelesen werden:
http://www.geo-reisecommunity.de/reisebericht/22803