ElternZeitReise
Von Leipzig bis Venedig – mit dem Fahrrad über die Alpen – mit Kind. Geht das?

Im Mai 2010 sind wir Eltern geworden. Da wir gerne reisen, haben wir dank Elternzeit & -geld die Möglichkeit genutzt, gemeinsam diese Zeit als Familie intensiv zu verbringen.

Über die Alpen, entlang der „Via Claudia Augusta“ – einer alten römischen Handelsstraße – wollten wir uns auf den Spuren längst vergangener Zeiten treiben lassen und zwar mit dem Fahrrad, da das für uns eine sehr erfüllende Art des Reisens ist. Damit die Berge uns nicht zu groß erscheinen, haben wir klein angefangen und sind direkt von Leipzig aus losgeradelt. Ein spannungsreiches Vierteljahr lag vor uns.
Anfang Juni 2011 begannen wir die Reise und nach einer Zeit der Eingewöhnung waren wir eingespielt und konnten die Freiheit genießen. Alles was wir brauchten war auf unseren Rädern und im Anhänger verstaut, übernachtet haben wir im Zelt.

Unsere Route führte entlang der Weißen Elster bis zu deren Quelle in Tschechien, über Cheb wieder nach Deutschland in die Oberpfalz, durch die Ausläufer des Fichtelgebirges, dann an der Pegnitz bis Nürnberg, den Main-Donau-Kanal bis zur Altmühl und durch das Ur-Donautal nach Augsburg. Von dort wie geplant auf der "Via Claudia Augusta" am Lech entlang bis Füssen und via Fern- und Reschenpass über die Alpen ins Vinschgau. Ein Großteil der Strecken verlief auf Radwegen und durch herrliche Natur.

Zwei Monate vergingen und alles lief gut – doch irgendetwas war anders. Ein italienischer Test bestätigte die Vermutung: Wir waren nicht mehr nur zu dritt unterwegs! Mit dieser freudigen Erkenntnis und nach einigem Hin und Her beschlossen wir, noch bis nach Bozen/Kalterer See weiterzufahren. Von dort aus traten wir die Heimfahrt an und radelten bis Innsbruck via Passeier Tal und Brenner. Hier endete unsere ElternZeitReise - früher als gedacht. Aber nun bietet sich ja eventuell die Gelegenheit für eine nächste Reise dieser Art ... zu viert.
Es war eine sehr gute und intensive Zeit zu dritt, unterwegs in der Natur, mit einigen spannungsreichen Momenten und Grenzerfahrungen, schönen Begegnungen und Erlebnissen.

Und: Es geht!

Stephanie, Mattis und Andreas