Jambo!! .... Hallo aus Kenia! Raus aus Aethiopien und rein nach Kenia! Kenia.....das Land meiner Traeume. Schon seit langem habe ich mich auf dieses Land gefreut und endlich bin ich mitten drin. Die letzten Tage in Aethiopien waren leider sehr von Regen gepraegt. Wer einmal Campen war, weiss was das bedeutet! Die Fahrten auf dem Rad im Regen und auf nassen, dreckigen und schlammigen Strassen sind schon sehr unangenehm an sich, viel schlimmer ist jedoch, wenn man im Regen sein Zelt aufbauen muss, absolut keine trockene Kleidung mehr hat, sich unter keine warme Dusche zum Aufwaermen stellen kann und man selbst im Schlafsack meint, man liegt mit der Luftmatratze im See. So sahen unsere letzten Tage in Aethiopien aus! Unsere Kleidung war zum Teil 4 Tage lang durchgehend nass (vom Geruch moechte ich erst gar nicht sprechen...)! Sehr angenehm war diese Zeit nicht, hatte aber auch irgendwie seinen Reiz. Oefter mal was neues! :-) An der Grenze zu Kenia wurde jedoch einiges anders: schoenes und trockenes Wetter, viele strahlende kenianische Gesichter, Offenheit und Freundlichkeit ........ und KEINE Asphaltstrassen mehr. Uns Fahrer wurde gesagt, dass wir uns ab sofort im haertesten Teil der Tour d'Afrique befinden - was die Strassenverhaeltnisse angeht. Weg vom Asphalt, dafuer umso mehr Schotter-, Lava Rock-, Wellblech- und Lehmpisten. Und im besten Fall alles an einem Tag ;-) Fuer uns bedeutete dies erstmal eine ganz schoene Umstellung! Ich ging die ersten zwei Tage im Gelaende erstmal sehr locker an, ohne Zeit- und Renndruck. Bei meinem Vorsprung im Frauenrennen konnte ich mir diese "Pause" ruhig einmal goennen. Gestern stand dafuer wieder ein sogenannter Mando-Day an. 89 Kilometer auf Offroad-Strecke mit einem 880 Meter hohen Climb. Von Anfang an legte ich ein sehr hohes Tempo vor, was ich kurzzeitig durch einen Sturz buessen musste. Aber abgesehen davon, war es genau mein Tag! Hart, lang. heiss und sau anstrengend! 2 Kilometer vorm Ziel jedoch fuhr ich einen Platten. Nach dem Schlauchwechsel hatte ich aufgrund der Hektik Probleme mit meiner Schaltung, dann nahm ich ein paar hundert Meter vorm Ziel die falsche Abzweigung (unsere Wegmarkierung war wieder mal sehr "eindeutig"!) und schliesslich, als ich doch noch irgendwie ins Ziel gefunden habe, hatte ich meinen zweiten Platten, diesmal am Vorderrad! Oje! Was fuer ein Tag! Als Vorletzte von allen Ridern gestartet, konnte ich jedoch trotz der Zwischenfaelle als 5. Fahrer gesamt und zugleich schnellste Frau diese Etappe beenden. Und als kleines Zuckerl obendrauf gabs wieder einen 30-Minuten Zeitbonus fuer mich! Kenia ist ein Traum! Ich bin hier noch keiner unfreundlichen oder aufdringlichen Person begegnet! Im Gegenteil! Alle Menschen hier, mit denen ich bislang in Kontakt gekommen bin, sind sehr kommunikativ und fast alle sprechen ein sehr gutes Englisch (soweit ich das beurteilen kann...). Wenn man hier wie ich heute durch den Ort "Marsabit" laeuft, wird man laufend begruesst, immer gefragt wie es einem geht, ob sie einem helfen koennen, woher man kommt, etc.! Selbst als ich heute ueber 3 Stunden lang versucht habe Geld mit meiner MasterCard zu bekommen ("Vielen Dank" hierfuer an meine Stadtsparkasse in Muenchen: In Afrika wird MasterCard so gut wie gar nicht akzeptiert, nicht mal an MasterCard Automaten!!!!), wurde ich stets freundlich behandelt, Einheimische reichten mir die Hand zur Begruessung und mein Geld bekam ich nach vielen Telefonaten auch! Kenia gefaellt mir! Die offene und lustige Art der Menschen hier steckt richtig an und tut uns allen nach den verregneten und tristen Tagen richtig gut. Ich freue mich auf weitere schoene Tage hier und melde mich wieder aus Nairobi! Liebe Gruesse an Euch alle! Eure Gisi