Lenker und Vorbau

Klemmen Sie das Vorderrad von vorne zwischen die Knie und bewegen Sie den Lenker hin und her. Hierbei sollte sich nichts bewegen, abgesehen vom Flex der Gabel. Auch die Hörnchen sollten sich nicht verdrehen lassen. Checken Sie auch, ob sich am Rand der Vorbauklemmung Riefen am Lenker bilden. Wenn ja, sollten Sie den Lenker besser austauschen. Alle Schrauben an Lenker und Vorbau sollten auf ihre Anzugskraft überprüft werden.

Steuersatz

Schieben Sie das Rad mit angezogener Vorderbremse einige Millimeter vor und zurückund legen Sie Zeigefinger und Daumen dabei an die obere Lagerschale. Sollten Sie spüren, dass die Schalen am Dichtungsspalt arbeiten, hat der Steuersatz Spiel und muss neu justiert werden, auch wenn das Spiel der Schalen nur wenige Millimeter beträgt. Heben Sie das Vorderrad an und schwingen Sie den Lenker hin und her. Sollten Sie spüren, dass der Steuersatz an einer Stelle einrastet oder sich zu schwer drehen lässt, sollte er neu justiert oder gegebenenfalls ausgewechselt werden.

Federgabel

Schieben Sie das Rad mit angezogener Vorderbremse einige Millimeter vor und zurück und legen Sie dabei Daumen und Zeigefinger an die Dichtung, wo das Tauchrohr ins Standrohr trifft. Sollten Sie spüren, dass das Tauchrohr gegen die Standrohre arbeitet, sollten die Führungsbuchsen der Gabel gewechselt werden.

Sollte an den Dichtungen Öl austreten, müssen diese gewechselt werden. Stützen Sie sich auf das Rad und prüfen Sie, ob die Federelemente wie gewohnt einfedern. Kontrollieren Sie auch die Gabelbrücken nach Riefen.

Kassette

Drücken Sie mit Daumen und Zeigefinger mindestens drei Ritzel zusammen nach links und rechts. Dabei sollte bis auf einen leichten Flex der größeren Ritzel kein Spiel spürbar sein.

Kette

Unterziehen Sie die Kette beim langsamen Rückwärtskurbeln einer Sichtprüfung von beiden Seiten. Achten Sie dabei besonders auf das Durchlaufen der Kette im Schaltkäfig. Eine geöffnete Nietstelle oder ein schwergängiges Glied fällt an den Schalträdchen sofort auf. Sollten Sie eine Unregelmäßigkeit feststellen, die nicht auf eine Verunreinigung der Kette zurückzuführen ist, lassen Sie das in der Werkstatt überprüfen.

Bei Nabenschaltungen und Singlespeed- Antrieben muss die Kette auf ausreichende Spannung kontrolliert werden.

Kurbel & Innenlager

Drehen Sie den rechten Kurbelarm nach oben in eine Linie mit dem Sattelrohr. Halten Sie mit der einen Hand das Sattelrohr, mit der anderen den Kurbelarm fest. Drücken Sie jetzt den Kurbelarm kräftig abwechselnd in Richtung Sattelrohr und wieder zurück. Sollten Sie ein seitliches Spielspüren, muss das Innenlager oder die Kurbelschrauben nachgezogen werden.

Die Kurbelblattschrauben sollten bei der Gelegenheit mit auf festen Halt überprüft werden

Pedale

Halten Sie mit der einen Hand das Sattelrohr, mit der anderen die Pedale fest. Drücken Sie jetzt die Pedale kräftig abwechselnd nach oben und nach unten. Sollten Sie ein seitliches Spiel spüren, muss das Pedallager nachgestellt werden. Kontrollieren Sie hierbei auch, ob alle Schrauben festgezogen sind.

Nabe

Überprüfen Sie zuerst, ob die Schnellspanner fest genug angezogen sind. Nehmen Sie die Felge zwischen Zeigefinger und Daumen und drücken Sie das Laufrad hin und her, wobei Sie mit der anderen Hand entweder das Sattelrohr (Hinterrad) oder den Vorbau (Vorderrad) festhalten. Sollten Sie ein seitliches Spiel spüren, müssen die Lager der Naben achgestellt werden.

Speichen

Überprüfen Sie zunächst die Speichenspannung, indem Sie jeweils zwei Speichen mit Daumen und Zeigefinger mit Gefühl gegeneinander drücken. Sollten Sie in einem Laufrad größere Spannungsunterschiede finden, muss das Rad nachzentriert werden. Wenn nicht, überprüfen Sie als nächstes den Rundlauf. Dazu heben Sie das Rad vorn/hinten an und drehen Sie das jeweilige Laufrad. Beobachten Sie dazu den Spalt zwischen Bremsbelag und Felge. Sollte der Spalt sich mehr als 2-3mm verändern, muss das Rad ebenfalls nachzentriert werden.

Felge

Felgen sind, besonders beim Einsatz mit Felgenbremsen, Verschleißteile. Kontrollieren Sie die Wandstärke der Felgenflanke. Zur Schnellkontrolle stellen Sie die Bremse so eng ein, dass das Laufrad gerade noch frei dreht. Erhöhen Sie den Luftdruck um 1 bar. Sollte das Rad jetzt klemmen, ist die Felgenwand zu dünn (unter 1mm) und die Felge sollte unbedingt ausgetauscht werden.

Zur exakten Überprüfung benötigt man einen speziellen Messschieber, deshalb suchen Sie bei Zweifeln lieber die Werkstatt auf. Als Faustregel gilt, dass beim zweiten Wechsel der Bremsbeläge die Felge überprüft werden sollte. Viele Felgenbremshersteller arbeiten inzwischen Verschleißindikatoren in ihre Felgen ein, die aber je nach Anbieter variieren. Sollten Sie sich bei Ihrer Felge nicht sicher sein, fragen Sie in der Werstatt nach.

Besonders bei der Benutzung von tubeless- Reifen sollte man gelegentlich das Felgenhorn auf Dellen untersuchen, da dort Luft austreten könnte.

Reifen

Überprüfen Sie bei beiden Reifen, ob die Lauffläche bis auf das Gewebe abgefahren ist oder die Seitenwände spröde, rissig oder aufgeplatzt sind. Sollte dies der Fall sein, muss der Reifen gewechselt werden. Kontrollieren Sie weiter den Reifendruck mittels Daumenprobe auf der Lauffläche. Der Daumen kann ein paar Millimeter einsinken, der Reifen darf sich aber keinesfalls um die Hälfte seiner Bauhöhe oder mehr zusammen- drückenlassen. Pumpen Sie den Reifen bei Bedarf nach.

Den genauen Luftdruck können Sie an der Tankstelle, mit speziellen Luftpumpen oder separaten Messgeräten feststellen. Dieser sollte in dem Bereich liegen, der auf den Reifen abzulesen ist.

Bowdenzüge

Die Züge und deren Hüllen sind auf ordentlichen Sitz zu überprüfen, wobei auf möglichst reibungsarmen Lauf zu achten ist. Die Enden der Züge sollten immer mit einer Kappe gesichert sein.

Hydraulikleitung

Die Züge und deren Hüllen sind auf ordentlichen Sitz zu überprüfen, wobei auf möglichst reibungsarmen Lauf zu achten ist. Die Enden der Züge sollten immer mit einer Kappe gesichert sein.

Hydraulikleitungen bedürfen einer Sichtprüfung auf austretendes Öl und mögliche Luftbläschen in der Leitung, welche die Ursache für verzögerte Bremsbelagbewegung sind.

Schaltung/Umwerfer

Schalten Sie alle Gänge durch und konrollieren Sie den korrekten Lauf der Kette durch den Umwerfer und über das Ritzelpaket. Sind dabei Gänge nicht schaltbar oder treten deutliche Kontaktgeräusche auf, muss je nach Bedarf der Umwerfer oder das Schaltwerk neu eingestellt werden.

Bremse Bremsgummi

Kontrollieren Sie regelmäßig den Bremsbelag auf exakte Einstellung und auf Abnutzung. Sind die Querrillen (Verschleißindikator) bis auf einen knappen Millimeter verschwunden oder ist der Belag sehr unregelmäßig abgenutzt, ist es Zeit für einen Wechsel. Nähere Informationen dazu unter "Einstellen". Die Bremsbeläge bei einer Scheibenbremse kann man auf ihren Verschleiß nur genau überprüfen, indem man den Bremsbelag aus dem Bremskörper entfernt und mit einem Messschieber nachmisst. Dies sollte aber in jedem Fall in regelmäßigen Abständen die Fachwerkstatt übernehmen. Die Sicherungssplinte für die Beläge sollten nach jedem Belagwechsel an ihrem Platz sein. Die Verschraubung der Bremsscheiben ist auf jeden Fall zu überprüfen!

Sattel/-stütze

Drücken und ziehen Sie kräftig auf/an beide(n) Enden des Sattels. Dabei darf er keinerlei Spiel aufweisen. Alle Schrauben an der Sattelstütze sind auf ihren festen Sitz zu untersuchen.

Sichtprobe

Nach diesem Komplettcheck sollte man allgemein das Rad einer Sichtprobe unterziehen. Dabei ist besonderes Augenmerk auf den Rahmen und Anbauteile wie Schutzbleche und Gepäckträger zu legen.

Drehmomente

Grundsätzlich ist bei allen Schrauben, für die der Hersteller maximale Drehmomente angibt, auf deren Einhaltung zu achten!