Auf dieser Seite findest du immer die aktuellsten Reiseberichte von unseren Werksfahrern. Zur Zeit ist Thomas Meixner unterwegs durch die "Neue Welt" und Oliver und Lena fahren mit ihren beiden Kindern um den Pazifik. Schau regelmäßig hier vorbei, damit du keinen ihrer spannenden Reiseberichte verpasst!

It’s more fun in the Philippines

Oliver & Lena - 16.5.2014

… behauptet seit ein paar Jahren das Tourismus Marketingbüro der Philippinen hartnäckig. Mit Erfolg. Die Bevölkerung ist überzeugt das es in ihrem Land besonders lustig zugeht. Zutreffender wäre allerdings der Slogan: It’s more relaxed in the Philippines. Der erste Eindruck war, wie auch in den zuvor besuchten Ländern, entscheidend. Japan präsentierte sich freundlich und angenehm zurückhaltend; China laut, dreckig und aufdringlich und die Philippinen unglaublich herzlich, hilfsbereit, lebensfroh und vor allem entspannt. Herzhaftes ungezwungenes Lachen, eine unbändige Lebensfreude, hemmungsloser Tanz und allgegenwärtige Musik bestimmten unsere Zeit in den Philippinen. Allerdings … wäre auch hier die Reise nur ein einziger Popsong … müssen wir leider mitteilen dass dies “Sexy, sexy Lover”, der 80er Jahre Hit von Modern Talking ist.

Oh I tell you once and I tell you twice
I’ll be there for you in your paradise
Oh please stay with me
and I show you what I feel
You’re the nearest thing to heaven girl
Baby just for you, I’ll fly around the world
Oh everything I do, I do it just for you.
My sexy, sexy lover, oh tell me there’s no other
Tell me there’s no other, deep in your heart …

Es reicht nicht das uns russische Mitbürger seit Jahren ausdauernd mit diesem gutfrisierten, mittelmäßigen deutschen Pop Duo quälen, nein, es dröhnt auch lautstark und omnipräsent aus philippinischen Radios, ungezählten Karaoke Bars und Urwalddiskotheken. Dieser unglaublichen Popularität ist nicht beizukommen. Im Gegenteil ich hörte meine Freundin mitsummen, wiegte mich selbst – ja, leibhaftig selbst – im betörenden Rhythmus unter Kokospalmen in einer lauen Tropennacht in einer Dschungeldisko und habe noch Tage später die Melodien beim Radfahren im Ohr.

6 aus 7107
Die Anzahl der Inseln in den Philippinen ist unüberschaubar. Offiziell kursiert die Zahl 7107. Bescheidene sechs davon haben wir in den letzten Monaten bereist, ausgewählt und geleitet von der Idee auch in diesem Inselreich die schönsten Vulkane entlang des pazifischen Feuerringes zu besteigen. Assimiliert an den hiesigen entschleunigten Lebensrhythmus lasen wir uns treiben, von Luzon nach Mindoro, Tablas, Romblon, Sibuyan und Masbate. Für Radfahrer und Inselhüpfer eine sehr reisenswerte Region, allerdings mit der allgegenwärtigen Gefahr hängenzubleiben und das Ziel aus den Augen zu verlieren. Die Kinder genießen die Reise, bzw.es hat sich Normalität eingestellt, obwohl wir viel Aufsehen erregen und die Jungs immer im Mittelpunkt stehen. Wir machen mit dieser Reise, auch in ihren Augen, nichts Besonderes. Da es keinen festen Plan gibt setzen wir uns nicht unter Stress. Lassen alles auf uns zukommen und unser Bauchgefühl entscheidet ob wir Radfahren, auf Bergen rumklettern, mit einem Kajak die Inselwelt erkunden, in die farbenprächtigen tagelangen Fiestas eintauchen und teilhaben oder lieber ein paar Tage pausieren. Ungezählte faule Tage verbrachten wir auch an netten Stränden, und hätten es nicht für möglich gehalten das so etwas auch Spaß machen kann. Die Jungs sind recht verschiedene Charaktere. Während Jakob stundenlang im Hänger sitzen kann, seine Bücher liest oder malt, ist Arthur fast immer vorn auf dem Rad und kommentiert seine Erlebnisse und Eindrücke. Nur wenn es stundenlang steil bergauf geht, sitzen beide fast immer vorn auf ihren Kindersitzen, sind sehr gesprächig und rauben uns mit den endlosen Warum-Fragen die letzte Puste und Kraft.
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Den vollständigen Reisebericht von unserer Reisefamilie findest du auf www.terracirca.de.

Fieber und Schlamm

Thomas Meixner - 15.5.2014

Von Manaus gibt es für den Reisenden zwei Möglichkeiten der Weiterreise. Der Standardweg würde mit einer Fähre über den Amazonas in Richtung Osten bis nach Belem führen, von da an auf guten Straßen nach Süden. Es gibt aber noch eine Möglichkeit über Land weiter zukommen. Da existiert diese ehemalige Asphaltstraße durch den Amazonaswald runter nach Porto Velho, die BR 319. Ich versuchte es und musste feststellen, dass dieser Strecken abschnitt zu den sehr harten zählt, den ich unter die Räder genommen hatte. Es gab zwar noch ein paar Fetzen Asphalt aber alles andere bestand mehr oder weniger aus feinem Staub oder Lehmsand.

Wenn alles trocken wäre würde der Rad reisende hier gut vorwärts kommen. Doch der tägliche Regen hier im Amazonasbecken ließ mich manchmal verzweifeln. Dann bestand die Piste aus klebrigem Lehm, der sich überall festsetzte. Vor allem zwischen Reifen und Schutzblech quetschte sich das Zeug, bis sich zum Teil nichts mehr drehte. Der schlechteste Teil der BR 319 war ca. 400 km lang. Da war es auch sehr einsam. Ein-zwei Motoradfahrer traf ich hier pro Tag, das wars. Viel zu viel Regen in diesem Jahr ließ die Flüsse übermäßig ansteigen. Etliche Hütten standen unter Wasser. Eine Brücke, über die ich drüber musste, war auch überflutet. Vor ein paar Tagen hatte ich 38.8 `C Körpertemperatur und hatte auch ein kleines Tief. Aber alles Geschichte. Heute habe ich Porto Velho erreicht und befinde mich seit zwei Tagen auf gut gewalztem Asphalt.

Km Stand: 25814

Mehr zu Thomas und seinen Reisen findest du hier.



Amazonas

Thomas Meixner - 1.5.2014

„Vor allem Brasilien ist zu einem wirtschaftlichen Giganten herangewachsen, der es mit den traditionellen Mächten aufnehmen kann…“ Peter Scholl Latour

Als ich vor mehr als einer Woche die Grenze nach Brasilien überquerte rollte ich in ein entwickeltes Land hinein. Schon im Grenznest Pacaraima war das Angebot an Lebensmitteln auf mitteleuropäischen Niveau. Ein krasser Gegensatz zu Venezuela, wo auch auf Grund der aktuellen politischen Lage eine Mangelwirtschaft herrscht, die ich nicht mal aus meiner DDR her kannte. Manchmal gab es nicht mal Tee oder Nudeln.
Auf sehr gutem Asphalt rollte ich zügig nach Süden und erreichte die Stadt Boa Vista. Hier fing dann der grüne Urwald so richtig an. Grün bedeutet natürlich auch Regen. Und den gab es täglich. Das machte das Vorwärts kommen nervig. Alles ist nass und wird bleibt auch bei Sonnenschein feucht. Meine Kette musste ich täglich ölen. Dafür sind die Brasilianer ein sehr freundliches Volk. Jede Nacht fand ich ein Dach, wo ich mein Mückennetz aufstellen konnte, wurde zu Abendbrot und Gespräch eingeladen. Wobei letzteres ein echtes Problem für mich war. In den letzten Wochen hatte ich mich über ein paar bescheidene Fortschritte in der spanischen Sprache gefreut. Doch hier wird portugiesisch gesprochen. Da fängt dann der Reisende notgedrungen wieder an Wort für Wort zu pauken.

Ein Streckenabschnitt von 123 km führte mich durch das Reservat des Volkes der Waimiri Atroari. Hier wurde dem Radler empfohlen das Rad auf einen Laster zu verladen oder in einem Stück am Tage durchzufahren. Ich strampelte. Im Moment weile ich in der Amazonasmetropole Manaus, mit seinen 2 Mio Einwohnern, habe mich in das Gästehaus oder auch Backpacker genannt einquartiert und genieße hier oben im tropischen Brasilien die Zeit. Wer hier oben eine Tour durch den Dschungel machen möchte, für den hätte ich vielleicht einen Tipp. Bekannte von mir arbeiten bei den Backpacker Tours und man kann sehr gut englisch, was hier nicht selbstverständlich ist.
Der nächste Strecken abschnitt nach Porto Velho auf der Straße Nr. 319 wird wahrscheinlich grenzwertig werden. Dort fehlt nämlich auf ca. 500 km der Asphalt. Wenn es da noch regnet wird‘s hart.

Km Stand: 24907

Mehr zu Thomas und seinen Reisen findest du hier.